BUCHWERT: EIN GANZHEITLICHER ANSATZ | 16.04.2018

Börsenblatt 16, 2018 , von Tamara Weise

Allianz der Unabhängigen

Bessere Konditionen, schlankere Prozesse, mehr Liquidität: Mit diesen Argumenten punkten die vier großen Buchhandelsverbünde beim inhabergeführten Sortiment. Und sie wollen weiter wachsen. TAMARA WEISE

BUCHWERT: EIN GANZHEITLICHER ANSATZ

Knapp vier Jahre ist es jetzt her, dass Buchwert als eigenständiges Unternehmen seine ersten Schritte machte. Der Verbund gehört damit zu den jüngsten der Branche, ohne deshalb allerdings unerfahren zu sein: Die Gesellschafter, die EK/servicegroup und die DZB Bank, bringen jahrzehntelange Erfahrung im Einzelhandel mit (siehe Kasten rechts) – und prägen damit das Konzept.

Die Wettbewerbsfähigkeit mittelständischer inhabergeführter Buchhandlungen stärken und deren Zukunftsfähigkeit sichern: Darum ging es Buchwert bei der Gründung, und darum geht es dem Verbund bis heute – jedoch nutzen die Bielefelder dafür besondere Mittel. Laut Geschäftsführer Michael Rosch (»Kooperationen sind das Gebot der Stunde«) stehen dabei vier Themen im Zentrum:

Betreuung und Beratung: Vier Regionalbetreuer, alles erfahrene Buchhändler, reisen durch die Republik, um Mitglieder individuell zu beraten. Sie bilden zugleich die zentrale Schnittstelle für den Know-how-Transfer innerhalb des Verbunds.

Zentralregulierung: Für Verbundpartner und Verlage übernimmt Buchwert die Zahlungsabwicklung und trägt  dabei zugleich das Risiko des Forderungsausfalls. Die Händler erhalten eine Rückvergütung.

Optionale Leistungsbausteine: Dazu gehören zum Beispiel der zentrale Wareneingang, Marketingmaßnahmen, die Unterstützung im Bereich Omnichannel und die Fachgruppe »Lesen & Erleben«.

Zusatzsortimente: Durch die Anbindung an die  EK/servicegroup bekommen die Mitglieder einfachen Zugriff auf Non-Books, etwa auf Geschenkartikel und Schreibwaren.

Allein diese Punkte zeigen schon, dass Buchwert seine Ziele sehr ehrgeizig angeht – Rosch bezeichnet den Ansatz nicht umsonst als »ganzheitlich«. 2018 will er das Wachstum der Gruppe vorantreiben und das Leistungsportfolio weiterentwickeln. Wichtig sei, sagt er, was die Verbundpartner benötigen, um heute und morgen erfolgreich zu sein. Prämisse ist für ihn dabei stets der Mehrwert für Händler und Verlage. »Alles, was dem Verkauf von Büchern nützt und die Abläufe im Handel verbessert, ist unser Thema«, betont er, und sieht Buchwert da auf dem richtigen Weg. Viele Buchhändler würden längst die Vorteile und die Notwendigkeit von Kooperationen erkennen und sich auch gern engagieren. »In der Gemeinschaft eines Verbunds sind Ziele erreichbar, die sich für den Einzelnen entweder sehr viel schwieriger oder möglichweise gar nicht umsetzen lassen.«

 FAKTEN ZU BUCHWERT

Mitgliedsbuchhandlungen: 172 (mit 231 Standorten)

Konzept: Betreuung und Beratung, Zentralregulierung, Allround-Dienstleister Buchwert entstand 2014 als Joint Venture zweier Unternehmen, der Mehrbranchenverband EK/servicegroup brachte seinen Buchbereich ein – die DZB Bank die bekannte Buchhändler-Abrechnungs-Gesellschaft (BAG). Im Mittelpunkt stehen Dienstleistungen für das Sortiment, allen voran Betreuung und Zentralregulierung (ZR) mit Delkredere und Rückvergütung. Jüngstes Projekt ist der zentrale Wareneingang in Kooperation mit KNV (Start 2017). Rund  20 Partnerbuchhandlungen arbeiten besonders eng in der Fachgruppe »Lesen & Erleben« zusammen.

Kosten: einmalige stille Einlage zum Start, keine weiteren Gebühren. Abgesehen von der ZR können Leistungen optional genutzt/gebucht werden. Für die Fachgruppe gilt ein Monatsbeitrag.

Aktivitäten und Ziele 2018

  • Wachstum auf 200 Mitglieder
  • Weiterentwicklung der Verbundleistungen
  • Ausbau der Verbundaktionen mit Verlagen

Hier geht’s zum Börsenblatt-Artikel.